Kurz gesagt
Kunstrasen wird in fünf Phasen verlegt: Fläche ausmessen und planen, alten Boden ausheben, einen verdichteten Unterbau aus Schotter und Splitt anlegen, das Unkrautvlies ausrollen und schließlich den Kunstrasen zuschneiden, verbinden und befestigen. Für 30–50 m² brauchen geübte Heimwerker meist ein bis zwei Wochenenden – der größte Teil der Arbeit steckt im Unterbau.
Ein Kunstrasen ist nur so gut wie seine Verlegung. Wellen, sichtbare Nähte oder Pfützen haben fast immer dieselbe Ursache: ein Unterbau, der nicht eben, nicht tragfähig oder nicht wasserdurchlässig ist. In dieser Anleitung zeigen wir Schritt für Schritt, wie Sie Kunstrasen im Garten fachgerecht verlegen – und worauf es auf Terrasse, Balkon oder Beton ankommt. Die Tipps stammen aus über 25 Jahren Verlegepraxis unseres Teams.
Werkzeug und Material: Das brauchen Sie
| Material | Werkzeug |
|---|---|
| Kunstrasen (Rollenware, meist 2 m oder 4 m breit) | Spaten, Schaufel, Schubkarre |
| Schotter (z. B. Körnung 0/32) für die Tragschicht | Rüttelplatte (mietbar im Baumarkt) |
| Splitt oder Brechsand (z. B. 0/5) als Ausgleichsschicht | Richtlatte, Wasserwaage, Rechen |
| Unkrautvlies (Geotextil) | Teppichmesser mit Ersatzklingen |
| Nahtband und Kunstrasenkleber | Maßband, Schnur, Kreide |
| Randeinfassung (Rasenkante, Randstein o. Ä.) | Gummihammer, Kartuschenpistole |
| Erdnägel/Kunstrasennägel, ggf. Quarzsand | Harter Besen oder Kunstrasenbürste |
Schritt 1: Fläche ausmessen und Verlegeplan erstellen
Messen Sie die Fläche genau aus und skizzieren Sie sie auf Papier. Planen Sie die Bahnen so, dass möglichst wenige Nähte entstehen und alle Bahnen in dieselbe Florrichtung zeigen. Die Halme sollten idealerweise in Richtung des Hauptblickpunkts – etwa der Terrasse – zeigen, dann wirkt der Rasen am dichtesten.
- Rechnen Sie mit 5–10 % Verschnitt, bei verwinkelten Flächen mit mehr.
- Kunstrasen wird meist in Rollenbreiten von 2 m oder 4 m geliefert. Wählen Sie die Breite, die zu Ihrer Fläche passt.
- Nähte möglichst nicht in den Hauptlaufweg legen.
Schritt 2: Alten Boden ausheben
Entfernen Sie alten Rasen, Wurzeln und Steine. Für einen Gartenunterbau wird in der Regel etwa 8–12 cm tief ausgehoben – je nach Tragfähigkeit des Bodens und geplanter Nutzung. Bei lehmigen, schlecht versickernden Böden darf es mehr sein.
Praxistipp von TOP GREEN
Planen Sie schon jetzt ein leichtes Gefälle von der Hauswand weg ein. So kann Regenwasser auch bei Starkregen sicher abfließen – selbst wenn der Kunstrasen selbst wasserdurchlässig ist.
Schritt 3: Randeinfassung setzen
Die Randeinfassung hält den Unterbau in Form und gibt dem Kunstrasen einen sauberen Abschluss. Setzen Sie Rasenkanten aus Metall oder Kunststoff, Randsteine oder Palisaden vor dem Einbau der Tragschicht – dann lässt sich der Schotter sauber bis an die Kante verdichten.
Schritt 4: Tragschicht aus Schotter einbauen und verdichten
Die Tragschicht ist das Fundament Ihres Kunstrasens. Bringen Sie Schotter in einer Stärke von etwa 5–8 cm ein und verdichten Sie ihn lagenweise mit der Rüttelplatte. Eine gut verdichtete Tragschicht verhindert spätere Dellen und sorgt für die Drainage.
Schritt 5: Ausgleichsschicht abziehen
Auf die Tragschicht kommt eine dünne Ausgleichsschicht aus Splitt oder Brechsand, etwa 2–3 cm stark. Ziehen Sie sie mit Richtlatte und Wasserwaage exakt ab und verdichten Sie sie anschließend noch einmal leicht. Jede Unebenheit, die Sie jetzt übersehen, zeichnet sich später im Kunstrasen ab.
Mehr zum Aufbau lesen Sie im Lexikon unter Unterbau.
Schritt 6: Unkrautvlies auslegen
Rollen Sie das Unkrautvlies über die gesamte Fläche aus und lassen Sie die Bahnen etwa 10 cm überlappen. Das Vlies verhindert, dass Unkraut von unten durchwächst, bleibt aber wasserdurchlässig.
Schritt 7: Kunstrasen ausrollen, akklimatisieren und zuschneiden
Rollen Sie den Kunstrasen aus und lassen Sie ihn – wenn möglich – einige Stunden in der Sonne liegen. So entspannt sich das Trägergewebe, Rollfalten verschwinden und das Material lässt sich besser anpassen.
- Schneiden Sie immer von der Rückseite zwischen den Noppenreihen – so beschädigen Sie keine Halme.
- Klingen häufig wechseln: Stumpfe Messer reißen das Gewebe aus.
- An Kanten zunächst etwas großzügiger schneiden und erst zum Schluss passgenau nachschneiden.
Schritt 8: Nähte verbinden
Legen Sie zwei Bahnen Stoß an Stoß – ohne Lücke und ohne Überlappung. Schlagen Sie die Kanten zurück, legen Sie das Nahtband mittig unter die Naht und tragen Sie den Kunstrasenkleber auf. Anschließend beide Bahnen in das Kleberbett klappen, gut andrücken und aushärten lassen. Wichtig: Alle Bahnen müssen dieselbe Florrichtung haben, sonst sieht man die Naht sofort.
Schritt 9: Ränder befestigen
An den Rändern wird der Kunstrasen mit Erdnägeln bzw. Kunstrasennägeln im Abstand von etwa 20–30 cm fixiert oder an der Randeinfassung verklebt. Drücken Sie die Halme über den Nagelköpfen mit den Fingern zurecht, damit diese nicht sichtbar bleiben.
Schritt 10: Einbürsten und – falls vorgesehen – einsanden
Bürsten Sie die Halme zum Schluss gegen den Strich auf, damit sie sich aufrichten. Ob Quarzsand als Infill eingestreut wird, hängt vom Produkt ab: Viele moderne Gartenrasen kommen mit wenig oder ganz ohne Sand aus. Halten Sie sich hier an die Herstellerangaben.
Sonderfälle: Terrasse, Balkon und Beton
Auf festen Untergründen entfällt der Schotterunterbau. Entscheidend ist hier, dass Wasser ablaufen kann.
| Untergrund | Was zu beachten ist |
|---|---|
| Beton und Estrich | Gefälle prüfen, ggf. Drainagematte unterlegen; Kunstrasen verkleben oder lose verlegen und an den Rändern fixieren. |
| Pflaster und Fliesen | Fugen und Unebenheiten mit Ausgleichsmatte überbrücken, damit sie sich nicht abzeichnen. |
| Balkon (Mietwohnung) | Lose verlegen statt kleben, Abläufe freihalten, Gewicht und Brandschutzvorgaben der Hausverwaltung beachten. |
| Dachterrasse | Abdichtung niemals durch Nägel oder Anker beschädigen; Drainage und Windsog berücksichtigen. |
Die häufigsten Fehler beim Kunstrasen verlegen
| Fehler | Folge | So vermeiden Sie ihn |
|---|---|---|
| Unterbau nicht verdichtet | Dellen und Mulden nach wenigen Monaten | Lagenweise mit der Rüttelplatte verdichten |
| Florrichtung vertauscht | Bahnen wirken unterschiedlich hell, Nähte sichtbar | Alle Bahnen vor dem Schneiden ausrichten |
| Kein Gefälle, keine Drainage | Pfützen, Moos, Gerüche | Gefälle einplanen, wasserdurchlässigen Unterbau wählen |
| Unkrautvlies vergessen | Unkraut wächst durch die Drainagelöcher | Vlies vollflächig mit Überlappung verlegen |
| Zu wenig Kleber an den Nähten | Nähte öffnen sich bei Temperaturwechsel | Kleber gleichmäßig auftragen, Bahnen fest andrücken |
Selbst verlegen oder verlegen lassen?
Kleine, ebene Flächen auf Balkon oder Terrasse lassen sich gut in Eigenregie verlegen. Bei Gartenflächen mit Unterbau lohnt sich der Fachbetrieb meist: Die Erdarbeiten sind körperlich anspruchsvoll, Maschinen müssen gemietet werden und Fehler im Unterbau lassen sich später nur mit großem Aufwand korrigieren.
| Selbst verlegen | Fachbetrieb | |
|---|---|---|
| Kosten | nur Material und Maschinenmiete | Material plus Arbeitsleistung |
| Zeitaufwand | oft mehrere Wochenenden | meist wenige Tage |
| Ergebnis | abhängig von Erfahrung und Werkzeug | ebener Unterbau, unsichtbare Nähte |
| Gewährleistung | nur auf das Material | auf Material und Verlegung |
Unser Angebot
Als offizieller Royal Grass® Partner übernehmen wir Planung, Unterbau und Verlegung – bundesweit. Mehr zur Kunstrasen-Verlegung oder vorab im Mustergarten die Sorten vergleichen.
Häufige Fragen zum Kunstrasen verlegen
Wie tief muss man für Kunstrasen ausheben?
Für einen Gartenunterbau werden in der Regel etwa 8 bis 12 cm ausgehoben. Darauf kommen eine verdichtete Schottertragschicht von etwa 5 bis 8 cm und eine Ausgleichsschicht aus Splitt oder Brechsand von etwa 2 bis 3 cm.
Kann man Kunstrasen direkt auf Erde verlegen?
Davon raten wir ab. Ohne verdichteten Unterbau entstehen schnell Dellen, Wasser staut sich und Unkraut wächst durch. Auf Erde oder altem Rasen sollte immer ein Unterbau aus Schotter und Splitt angelegt werden.
Braucht Kunstrasen ein Unkrautvlies?
Ja, bei der Verlegung auf Erd- oder Schotterunterbau ist ein Unkrautvlies sinnvoll. Es verhindert, dass Unkraut von unten durch die Drainagelöcher wächst, und lässt Wasser trotzdem durch.
In welche Richtung verlegt man Kunstrasen?
Alle Bahnen müssen dieselbe Florrichtung haben. Am natürlichsten wirkt der Rasen, wenn die Halme zum Hauptblickpunkt zeigen, zum Beispiel zur Terrasse oder zum Wohnzimmerfenster.
Wie lange dauert es, Kunstrasen zu verlegen?
Ein Fachbetrieb verlegt einen typischen Garten von 50 bis 100 m² inklusive Unterbau meist in wenigen Tagen. In Eigenregie sollten Sie für dieselbe Fläche mehrere Wochenenden einplanen.
